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Mediation in Diversity

Buchempfehlungen

Mediation: Vermittlung in Konflikten
broschiert - 2001
von Christoph Besemer
Kommunikations- und Konfliktmanagement für Eltern
Tipps und praktische Übungen für den Alltag
Baltmannsweiler: Schneider Vlg Hohengehren 2007
Empfohlen in der Broschüre Schau hin!
Der Medienratgeber für Eltern
Hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Die partizipative Schule
von Dr. Christa Schäfer
Mit innovativen Konzepten zur demokratischen Schulkultur
Köln: Carl Link Verlag, Handlungsfeld Schulkultur 2015

Rezension

Um es gleich vorweg zu sagen: die Lektüre besticht im Inhalt und in der Aufmachung durch eine angenehme Klarheit und Genauigkeit.

Dies beginnt bereits mit dem Titel der Buches „Die partizipative Schule“, welcher sich wohltuend von allgemeiner gehaltenen Titeln anderer Veröffentlichungen (Demokratisierung von Schulen, Schulische Demokratieentwicklung u.ä.) abhebt. Damit gelingt der Autorin eine inhaltliche Konkretisierung und Präzisierung, der man guten Gewissens gerne assistieren kann, dass der Inhalt „hält was die Verpackung verspricht“.

Der Autorin, Dr. Christa Schäfer, selbst Mediatorin, nimmt eine mediativ darstellende Beschreibung von verschiedenen Instrumenten und innovativen Konzepten einer partizipativen Schulkultur ohne eigene Bewertungen vor. So wird beispielsweise darauf verzichtet, bewährte Konfliktregelungs-formen wie Klassenrat und Schulmediation in Relation zueinander zu setzen.

Schäfers inhaltlicher Ausgangspunkt ist, dass zwar die Idee von Demokratie an allen Schulen auf eine allgemein hohe Zustimmung trifft, doch Anspruch und Wirklichkeit in aller Regel sehr weit in diesem Feld auseinander klaffen. Christa Schäfer stellt ihren eigenen Bezug zum Thema genauso nachvollziehbar dar, wie die verschiedenen Ansätze und Modelle von schulischer Partizipation.
Sie beleuchtet zunächst den Begriff sowie das Verständnis von Partizipation, bevor Sie diesen nach systemischen Prinzipien auf Schulentwicklung bezieht. In einem ersten Abschnitt zu Grundlagen allgemeiner Schulentwicklung wird folglich zunächst Schulentwicklung einer partizipativen Schulentwicklung gegenübergestellt.

In einem folgenden Abschnitt stellt Sie Aspekte und Elemente praktischer Umsetzung im Unterricht wie in der Schule außerhalb von Unterricht vor. Dabei bleibt Sie frei von Ratschlägen, sondern stellt Optionen, Instrumente und Möglichkeiten vor und verdeutlicht, dass nur die jeweiligen Schulgemeinschaften selbst in der Lage sind, für eine entsprechende Umsetzung vor Ort zu sorgen. Dieser Praxisteil ist sowohl für Pädagog*innen wie Nichtpädagog*innen gleichermaßen gewinnbringend zu lesen.

Ein gesonderter Abschnitt widmet sich explizit dem Thema „partizipativer Führungsstil / Leadership“, worin sich starke Bezüge zu einer inneren mediativen Grundhaltung herstellen lassen.

In einem weiteren Kapitel werden die „basic needs“ eines umfassenden Projektmanagement für eine partizipative Schule aufgeführt, welche vom audit bis zu verschiedenen Evaluationsformen reichen.

Im Schlussteil des Buches stellt Christa Schäfer allen interessierten Schulakteuren zudem noch konkretes Online Material zur Planung, Umsetzung und Evaluation von Partizipationsmöglichkeiten an Schulen zur Verfügung. Ihre Darstellungen verfolgen das Ziel, die Vielfalt von schulischen Partizipationselementen zu bündeln, zu sortieren und damit nachvollziehbar werden zu lassen. Mit ihrer wertschätzenden Beschreibung bewirkt Sie, dass interessierte Erziehungsberechtigte von schulpflichtigen Kindern nach dem Lesen dieser Lektüre nicht umhin kommen werden, ihre jeweiligen Schulen ihrer Kinder auf deren Konzepte und Partizipationsmöglichkeiten zu überprüfen und nachzuforschen.
Und dies alleine wäre schon ein grandioser Erfolg!

Allen, die sich im System Schule verorten oder sich dafür interessieren, seien herzlichst eingeladen dieses Buch zu lesen bzw. ihren jeweiligen Schulen zur Verfügung zu stellen.



Steffen Kanis (Ausbilder BM®)
Mediation in Diversity